Sollte man Vögel das ganze Jahr über füttern?

Martina's Hausblog

Sollte man Vögel das ganze Jahr über füttern?

26. Januar 2020 Allgemein 0

Das ist eine Frage, über die in den vergangenen Jahren immer wieder heftig gestritten wurde. Die einen sind dafür: Wildvögel sollten ihrer Meinung nach regelmäßig gefüttert werden, sie plädieren sogar dafür, dass man auch im Sommer zufüttert.  Andere halten dagegen: Sie betonen die Gefahr einer falschen Fütterung und argumentieren, mit der Zufütterung helfe man eher den Futterherstellern als den bedrohten Vögeln, denn an die Futterstellen in unseren Gärten kämen ohnehin nur die Arten, von denen wir (noch) genügend Tiere haben. Manchmal habe ich das Gefühl, dass über das Pro und Contra fast eine Art Glaubenskrieg ausgefochten wird.

Ich bin für das Füttern, denn eines ist unbestreitbar: Es ist stumm geworden auf unseren Feldern, aber nicht nur dort. Auch in den Hausgärten hört und sieht man immer weniger Vögel. Wo früher zehn Vögel zwitscherten, tschilpen heute gerade noch zwei. Der Vogelbestand weltweit ist rapide geschrumpft, jede achte Vogelart ist inzwischen vom Aussterben bedroht. Rebhühner und Kiebitze gelten bereits als Exoten. Sie sind so selten geworden, dass viele gar nicht mehr wissen, wie sie aussehen. Daher hier mal Bilder, damit ihr wisst, von ich spreche.

Auch in meinem Garten merke ich, dass immer weniger Vögel uns besuchen. Vor Jahren hatten wir noch regelmäßig im Winter Besuch von großen Gruppen von Kernbeißern, der Dompfaff kam regelmäßig, Grünfinken bevölkerten das Vogelhäuschen. Heute sehe ich nur noch Meisen, Spatzen und hin und wieder ein Rotkehlchen.

Wenn du den Vögeln etwas Gutes tun willst, solltest du unbedingt ein paar Dinge beachten:

1.   Füttere niemals altes Brot oder andere Speisereste. Das Salz und die Gewürze darin sind Gift für die Vögel.

2.   Als Basisfutter eignen sich Sonnenblumenkerne und andere grobe Körner. Die werden von vielen Vögeln gefressen. Meisen, Finken und Spatzen sind Körnerfresser.

3.   Rotkehlchen, Zaunkönig und Amseln mögen dagegen gerne Weichfutter – zum Beispiel Haferflocken, Obst oder Kleie. Auch Rosinen sind für Vögel ein Leckerbissen.

4.   Meisen bevorzugen ein Gemisch aus Fett und Samen, das du selbst machen kannst. Erhitze Kokosfett, mische Sonnenblumenkerne darunter und fülle die Masse in kleine Tontöpfe. Einen kleinen Tannenzeig in die Mitte hineinstecken und umgedreht aufhängen.

5.   Bei gekauften Meisenknödeln solltest du die Netze später unbedingt entsorgen. Vögel könnten in den engmaschigen Nylonnetzen hängen bleiben.

6.   Amseln lieben alte Äpfel. Auch wenn die schon schrumpelig sind oder eine braune Stelle haben, die Amseln mögen sie.

7.   Wenn du ein Vogelhaus hast, reinige es regelmäßig mit heißem Wasser. Sonst wird die Futterstelle schnell zum idealen Übertragungsort für Krankheiten. Besser ist es, täglich etwas Futter nachzulegen. Statt eines Vogelhäuschens kannst du dir auch Futterspender kaufen.

Du kannst aber noch eine Menge mehr tun, wenn du Vögeln helfen willst. Damit kannst du jetzt im Winter anfangen. Überlege, wie du deinen Garten so umgestalten kannst, dass Vögel mehr natürliches Futter finden.

·  Du kannst beispielsweise heimische Gartensträucher wie Eberesche, Weißdorn oder Zierapfel pflanzen. Die Samen dieser Sträucher lieben Vögel.

·  Statt alles Laub zu entfernen, können Gartenbesitzer es einfach unter die Sträucher schieben. Dort können sich dann Insekten ansiedeln, die wiederum wichtige Nahrung für viele Vogelarten sind.

·  Du kannst aber deine Wildblumenwiese im Herbst stehen lassen, damit sich Vögel an den zahlreichen Samenständen im Winter satt fressen können.

Du siehst, manchmal sind es die ganz kleinen Dinge, die den Vögeln das Leben in unseren Gärten erleichtern. 

 

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